So wars: Jugend­frei­zeit 2012 – 17 Jugend­li­che, 17 Fahr­rä­der und viel Sonne!

Geschrieben von Sebastian Schwarz

Erstellt: 19. September 2012

In den Som­mer­fe­ri­en mach­ten 17 Jugend­li­chen sich auf den Weg um Schwe­den mit dem Rad zu erkunden.

Als am Sonn­tag nach eini­ger Ver­zö­ge­rung (das Umstei­gen mit dem Fahr­rad gestal­te­te sich am Uelze­ner Bahn­hof schwie­ri­ger als gedacht) alle in Tra­ve­mün­de-Iven­dorf am Zelt­platz ein­ge­trof­fen sind wur­de sehr schnell klar, dass wir die ers­te Nacht nicht all­zu viel schla­fen wür­den. Zum Einen muss­te die Fäh­re früh am Mor­gen erreicht wer­den und zum Ande­ren haben auf dem Platz neben unse­ren Zel­ten, eini­ge Jugend­li­che den Anfang der Feri­en laut­stark gefeiert.

In den frü­hen Mor­gen­stun­den kro­chen alle müde aus ihren Zel­ten. Beim Früh­stück mach­te sich der Schlaf­man­gel beson­ders bemerk­bar. Es wur­de kaum etwas geges­sen. Abspü­len und Zusam­men­pa­cken war schnell erle­digt, sodass wir ein wenig zu früh am Skan­di­na­vi­en­kai anka­men und die Fäh­re betraten.

Auf der Über­fahrt wur­de haupt­säch­lich Wer­wolf gespielt oder faul in der pral­len Son­ne gele­gen. Am spä­ten Nach­mit­tag lief die Fäh­re in Trel­le­borg ein. Zu aller Erst wur­de eine Geld­wech­sel­stu­be auf­ge­sucht um dan­nach einen Super­markt stür­men zu kön­nen. Der Zelt­platz lag ein wenig abseits von Trel­le­borg, dafür stand man nach 20 Schrit­ten im Meer.

Am nächs­ten Tag konn­ten wir alle län­ger schla­fen, solan­ge die Son­ne es zu ließ. Die Tem­pe­ra­tu­ren im Zelt kamen einer Sau­ne gefähr­lich nahe. Als wir uns auf den Weg zum nächs­ten Zelt­platz bega­ben war kei­ne ein­zi­ge Wol­ke am Him­mel zu sehen und die Son­ne schien unbarm­her­zig weiter.

In Nyb­rost­rand gab es wie­der einen Zelt­platz direkt an den Dünen und Ole wur­de am Strand in eine Meer­jung­frau ver­wan­delt. Von Nyb­rost­rand ging es dann nach Kivik (Chi­vik gespro­chen) wo der Traum eini­ger erfüllt wur­de ein­mal wild zu Cam­pen. Aus man­geln­den Platz in umlie­gen­den Zelt­plät­zen und der star­ken Hit­ze, die an den Kräf­ten zehr­te zel­te­ten wir auf einem Jahr­markts­ge­län­de der nur ein­mal im Jahr genutzt wur­de. Toi­let­ten und Duschen waren Mangelware.

Von Kivik ging es über Tome­lil­la und Sjö­bö nach Höör. In die­ser Stadt über­nach­te­ten wir an einem Zelt­platz am See mit einer schö­nen Zelt­platz­kü­che, die wir sofort in Beschlag genom­men haben um unser lecke­res Mahl mal nicht auf unse­ren Out­door-Kochern zu kochen.

Am nächs­ten Mor­gen hat uns ein jun­ges Pär­chen mit Kind ange­spro­chen, die eben­falls auf  einer Rad­tour durch Schwe­den waren. Nach kur­zem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch fuh­ren wir wei­ter nach Eslöv und hoff­ten dort einen Zelt­platz zu fin­den. Am ver­meint­li­chen Platz ange­kom­men fan­den wir jedoch nur ein Schwimm­bad vor. Auch die­ses Jahr war die Zelt­platz­kar­te weni­ger aktu­ell als ange­nom­men. Zu unse­rem Glück ging es dem jun­gen Pär­chen mit Kind ähn­lich und dank der guten Schwe­disch Kennt­nis­se von Fabi­an (mitt­ler­wei­le hat man sich ken­nen gelernt) beka­men wir die Info den nächs­ten Cam­ping­platz in Lund anzutreffen.

Anni­ka und Fabi­an wähl­ten die Zug­ver­bin­dung nach Lund wäh­rend wir natür­lich den Rad­weg bevor­zug­ten. Bevor es los­ging gönn­ten wir uns unse­re wohl ver­dien­te Mit­tags­pau­se, die wir dan­ken­der Wei­se im Schwimm­bad ver­brin­gen durf­ten. Im leich­ten Regen lässt es sich eben schlech­ter essen. Es gab wie jeden Mit­tag Brot mit Käse oder Sala­mi. Der Ketch­up hat die Frei­zeit über die But­ter ersetzt, außer beim Kochen natür­lich. Gut gestärkt sind wir dem Zug hinterhergefahren.

In Lund sind wir zusam­men auf Zelt­platz­su­che gegan­gen und haben zum Glück auch einen gefun­den. Der Zelt­platz war mit einem Frei­bad ver­bun­den sodass der Ruhe­tag, den wir am nächs­ten Tag ver­brin­gen woll­ten im Frei­bad ver­bracht wur­de. Am Abend nut­zen eini­ge die Gele­gen­heit sich Koch­tipps von Fabi­an zu holen bevor die Neben­ste­hen­de Turn­hal­le als Ess- und Gemein­schafts­raum von uns den gan­zen Abend lang bela­gert wur­de. Es stell­te sich her­aus, dass Fabi­an neben den Fähig­kei­ten des Kochens ein guter Erzäh­ler war, der für sei­ne knapp 29 Jah­re schon weit gekom­men ist.

Als wir abreis­ten ver­ab­schie­de­ten wir uns von unse­ren neu gewon­nen Freun­den, da sie noch eine wei­te­re Nacht in Lund ver­brin­gen woll­ten. Über­nach­tet haben wir die Nacht in der Nähe von Mal­mö, der größ­ten Stadt an der wir vor­bei­ka­men. In Lom­ma leg­ten wir einen wei­te­ren Ruhe­tag ein, an dem man eine Tages­tour nach Mal­mö machen konn­te  um dort ein biss­chen shop­pen zu gehen und sich zu entspannen.

Auf dem Weg von Lom­ma nach Trel­le­borg hat es den ers­ten Tag der Frei­zeit rich­tig gereg­net, aber das war nach andert­halb Wochen Son­ne und durch­schnitt­lich 35 Grad auch nicht schlimm.

Die Rück­fahrt zurück nach Deutsch­land war ähn­lich Ereig­nis­los wie die Hin­fahrt und ist weni­ger nötig zu erwäh­nen als der Son­nen­brand den alle am Ende der Über­fahrt hatten.

Um die 17 gefrä­si­gen Mäu­lern dem letz­ten Tag ein Fest­mahl zu berei­ten, orga­ni­sier­ten wir von dem Platz­wart in Tra­ve­mün­de-Iven­dorf einen Grill und brie­ten fröh­lich vor uns hin als sich über­ra­schen­der Wei­se unse­re bei­den Teil­zeit­be­glei­ter mit ihrem Kind sich noch­mal zu uns gesell­ten. Den Abend saßen wir ein letz­tes Mal zusam­men. Dies­mal aber an einer mit viel Spi­ri­tus und halb­tro­cke­nen Holz ent­zün­de­ten Feu­er­scha­le. Vie­le sind gar nicht erst schla­fen gegan­gen und waren noch wach als ande­re wie­der aufstanden.

Nach einem letz­ten Früh­stück wur­den ein letz­tes Mal die Zel­te zusam­men­ge­packt, auf die Fahr­rä­der geschnallt und zum Bahn­hof gefah­ren von dem es zurück nach Cux­ha­ven, Lübeck, Han­no­ver, Braun­schweig oder Trier ging. Zurück in das eige­ne Zuhau­se. Man kann sagen, dass es wie immer eine unver­gess­li­che Zeit war die nicht zu mes­sen ist.

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