Jah­res­the­ma 2017: 1000 Kra­ni­che für den Frie­den

von | Sep 20, 2017

Als KjG Hil­des­heim haben wir uns als dies­jäh­ri­ges Jah­res­mot­to das The­ma „Frie­den“ aus­ge­sucht. Um das The­ma auch unse­ren jün­ge­ren Mit­glie­dern näher zu brin­gen, haben wir uns vor­ge­nom­men, ange­lehnt an die Geschich­te von Sada­ko Sasa­ki, 1000 Kra­ni­che für den Frie­den zu fal­ten. Über das gan­ze Jahr ver­teilt wol­len wir auf unse­ren Ver­an­stal­tun­gen immer wie­der Kra­ni­che fal­ten, um die 1000 fer­tig zu stel­len.

Die Geschich­te von Sada­ko Sasa­ki fin­det ihr hier:

Sada­ko war zwei Jah­re alt, als die Bom­be über Hiro­shi­ma abge­wor­fen wur­de. Sie über­leb­te den Abwurf am Ende des zwei­ten Welt­kriegs 1945 – schein­bar ohne Scha­den.

Aber 10 Jah­re danach brach bei ihr die töd­li­che Strah­len­krank­heit aus. Da begann sie, Kra­ni­che zu fal­ten. Denn in Japan gibt es eine alte Legen­de. Sie besagt, dass dem, der tau­send Kra­ni­che fal­tet, ein sehn­li­cher Wunsch in Erfül­lung geht. Und Sada­ko hat­te nur ein Ziel vor Augen: tau­send Kra­ni­che. Denn ihr größ­ter Wunsch war, wie­der geheilt zu wer­den. Auch, als sie ins Kran­ken­haus muss­te, fal­te­te sie wei­ter. Ihre Kraft nahm jedoch Tag für Tag zuse­hends ab. Zuletzt schaff­te sie nur noch einen Kra­nich pro Tag. 1956 starb Sada­ko. 644 Kra­ni­che hat­te sie gefal­tet. Mehr schaff­te sie nicht.

Auf dem Ster­be­bett hielt sie ihren letz­ten Kra­nich in der Hand und sag­te mit lei­ser Stim­me: „Ich schrei­be Frie­den auf Dei­ne Flü­gel, und du bringst ihn in die gan­ze Welt.“

Die Geschich­te der Sada­ko wur­de in Japan sehr schnell bekannt und rühr­te die Her­zen der Men­schen. Ande­re Kin­der über­nah­men, was Sada­ko nicht mehr konn­te, und fal­te­ten Kra­ni­che. Im Todes­jahr waren es sogar Mil­lio­nen von Kra­ni­chen.

Am 5. Mai 1956, dem Tag der Kin­der, kamen aus allen Tei­len Japans Kin­der mit ihren Kra­ni­chen nach Hiro­shi­ma und leg­ten sie an das Denk­mal, das im Frie­dens­park von Hiro­shi­ma den Kin­dern gewid­met ist, die beim Abwurf der Bom­be ums Leben gekom­men waren.

Am Fuß des Denk­mals sind die Wor­te ein­ge­mei­ßelt: Dies ist unser Ruf, dies ist unser Gebet: Frie­den in der Welt zu schaf­fen.

Mar­tin Ebner

Uni­ver­si­tät Bonn